Donnerstag, 11. November 2010

Ratlosigkeit, Herr Weihnachtsmann

Ich bin auf der Suche nach Weihnachtsgeschenken für die Kinder und bin irgendwie völlig ratlos. So schwer wie dieses Jahr fiel es mir noch nie. Die Erfahrungen der letzten Jahre zeigen, dass vieles zwar erstmal gut ankommt, dann aber nie genutzt wird. Die Wünsche der Kinder sind noch nicht sehr ausgefeilt, und wenn es etwas Konkretes ist, was sie sich wünschen, dann ist es Plunder, den ich nicht kaufen will. Und sollte ich doch mal auf etwas Schönes stoßen, finde ich es schlichtweg unerschwinglich...vor allem auf die Gefahr hin, dass es ja doch nur in der Ecke steht. Und neulich hieß es doch tatsächlich in den Nachrichten, Spielsachen werden nächstes Jahr teurer. Hä? Wer soll denn das dann noch bezahlen? Ist doch eh schon ein Unding, für ein bemöbeltes Puppenhaus 200 Ocken hinblättern zu müssen.

Naja, ich such dann mal weiter.

Herrlisch

Möglichst mit Ton ansehen, ist aber auch ohne lustig:


Dienstag, 9. November 2010

Auseinander gelebt, Teil 2

In meinem letzten Eintrag ging es mir im Kern nicht um Trennungen allgemein. Klar sind wir noch relativ am Anfang unserer Beziehung - auch wenn wir schon ziemlich viel gemeinsam durch gestanden haben und die traute Zweisamkeit komplett ausließen, da wir beide bereits Kinder hatten zum Zeitpunkt unseres Kennenlernens. Doch so rosawolkig wie ich auch im Moment schwebe, bin ich nüchtern genug, um mir darüber im Klaren zu sein, dass man nie weiß, was in 10 oder 20 Jahren sein wird. Es gibt der Gründe zahlreiche für ein Beziehungsende...keiner kann wissen, was einmal sein wird.

Worum es mir jedoch im Kern ging, war speziell dieser eine Grund: "Wir haben uns auseinander gelebt". Für mich bedeutet dies, man verfolgt weder gemeinsame Interessen, noch einen gemeinsamen Lebensweg oder Ziel. Und man muss bereits vor längerer Zeit in unterschiedliche Richtungen abgebogen sein. Und genau DAS ist es, was mir für uns völlig fern und unvorstellbar scheint. Das ist keine Frage von Gefühlen oder Sehnsüchten. Aber wir sind uns einfach zu einig, unser Weg überlagert sich komplett. Ich weiß nicht, was in 20 Jahren sein wird, aber ich glaube nicht, dass uns ein "Auseinander leben" passieren wird.

Um mit Antoine de Saint-Exupéry zu schließen: "Liebe besteht nicht darin, dass man einander ansieht, sondern dass man gemeinsam in die gleiche Richtung blickt."

Auseinander gelebt

Heute Nachmittag hörte ich, wie sich zwei Mütter im Kindergarten unterhielten. Die eine erzählte der anderen gerade, dass sie und ihr Mann sich nach 20 Jahren getrennt haben, weil sie sich auseinander gelebt hatten. Nach 20 Jahren. Das ist doch echt traurig.

Ich kann mir das gerade gar nicht vorstellen, und das ist auch gut so. Okay, wir sind erst knappe 4 1/2 Jahre zusammen, aber es wird immer besser, wir wachsen immer enger zusammen. Das mit uns, das passt einfach - salopp ausgedrückt - wie Arsch auf Eimer. Wir haben die gleichen Gedankengänge, den gleichen verqueren Humor, höchst selten mal Streit. Und ehrlich, wer kann sich schon fünf Minuten darüber schlapp lachen, wenn meine Mum über zwei Songs redet und meint, der eine klingt "fast so ähnlich" wie der andere? Tja, wir zwei Liebhaber der deutschen Sprache. Und so etwas findet man im Leben kein zweites Mal. Das perfekte Gegenstück. Nein, ich denke nicht, dass wir zwei uns jemals auseinander leben werden. Gesucht und gefunden.

Montag, 8. November 2010

Krimidinner visuell

Hier nun mal ein paar Fotos vom Krimiabend. Mein Liebster mit Gelfrisur, so läuft er normalerweise nicht herum ;-) Gespielt hat das Ganze im Chicago der 30er.








Donnerstag, 4. November 2010

Fall gelöst

Es war ein absolut geiler Abend, meine Geburtstagsfeier am Samstag. Die Partys mit meiner Familie machen ohnehin immer richtig Spaß, aber unser Mordsdinner am Samstag ist unübertroffen.
Erstmal sahen alle einfach spitzenmäßig aus, super raus geputzt. Und zu meiner großen Freude und Überraschung stand sogar meine liebe Gudrun, die ich in Schottland wähnte, plötzlich vor der Tür. Sie bekam von meinen Eltern noch kurzfristig eine Zusatzrolle.

Jeder hatte schon im Vorfeld ein paar Infos über seine Person, die er aber niemandem weiter sagen durfte. Entsprechend dieser Infos sollte man sich kleiden und verhalten. Ich war eine 32jährige Witwe und Alkoholikerin ;-) Es war also erstmal für jeden spannend, wie sich die anderen kleideten, welche Accessoires sie dabei hatten, und wie sich sich wem gegenüber verhielten. Die von meiner lieben Schwägerin (die ich im wahren Leben sehr gern habe) gespielte Person konnte ich beispielsweise nicht ausstehen und habe sie deswegen den ganzen Abend angegiftet *lol*. Außerdem wusste jeder, ob er der Mörder ist oder nicht.
Zu Beginn des Spiels erhielten wir noch ein Heft mit Hinweisen, durften immer nur die für die jeweilige Runde vorgesehenen Hinweise lesen. So erfuhr jeder, was er an dem Tag gemacht hatte, wen er bei was beobachtet hatte usw. Diese Infos mussten dann entsprechend in die Runde gestreut werden. Erst zu Beginn der zweiten Runde wurde der Mord und das Opfer bekannt, das an diesem Abend getötet wurde.
Dann gab es noch eine Gerüchterunde. Jeder bekam ein Gerücht und musste dies anbringen. Ein paar davon hatten Wahrheitsgehalt, andere gar nicht, wir wussten zu dem Zeitpunkt aber nicht, auf welche was zutraf. So entspann sich ein Spiel, das über 4 Stunden ging, und an dessen Ende wir einen Tipp abgeben mussten, wer der Mörder war. Für uns alle überraschend gab es am Ende zwei Mörder zu entlarven, denn auch der Mörder meines vor zwei Monaten getöteten Mannes saß in der Runde.
Tatsächlich haben wir den Mörder des Abends mehrheitlich entlarvt, und auch der Mörder meines Mannes wurde ertappt (auch wenn ich beim zweiten falsch gelegen habe).

Alles in allem war es ein sensationeller Abend. Nur die Kinder (die sich natürlich auch verkleiden durften und Rollennamen bekamen) wussten nicht so recht, was das Ganze sollte. Trotzdem hatten sie ihren Spaß und blieben bis nachts um 2 wach.

Ich kann dieses Spiel nur jedem empfehlen. Am günstigsten ist es mit 9 Mitspielern. Hat man nur 8 geht es zwar auch, aber dann fehlt der Berater, der nicht ganz unwichtig ist. Und mehr Mitspieler gehen auch, doch die überschüssigen bekommen keine Hinweishefte und können sich nicht wirklich beteiligen (und sind definitiv nicht der Mörder).

Wen es interessiert, der Link befindet sich im vorhergehenden Eintrag.

Fotos folgen auch noch, ich warte nur noch auf die, die Gudrun gemacht hat.

Donnerstag, 28. Oktober 2010

Krimi total

Meine Eltern waren natürlich gestern zu meinem Geburtstag da, die richtige Feier habe ich allerdings auf Samstag gelegt. Wie ich schon länger wusste, hatten meine Eltern bereits einen super Partygag in Arbeit, mir wurde nur nicht verraten, was dies sein sollte. Gestern wurde das Geheimnis als Teil meines Geburtstagsgeschenks gelüftet: Krimi total heißt das Ganze. Eine Dinnerparty unter einem bestimmten Motto. Das ganze ist als Krimi inszeniert, die entsprechenden Vorlagen, Charaktere mit ihren Vorlieben und Abneigungen und der grobe Handlungsverlauf werden vorgegeben. Was meine Eigenschaften sind, wen ich mag und wen nicht, das darf außer mir niemand wissen. Ich muss es nur spielerisch darstellen.
Zu Beginn des Spiels werden wir erfahren, wer ermordet wurde. Einer aus unserer Runde ist der Täter, und wir müssen herausfinden, wer das ist. Jeder bekam bereits ein Heft über seinen Charakter, das nur er selbst lesen darf. Nach den Vorgaben soll man sich verkleiden. Das wird bestimmt ein riesen Spaß.
Man kann auf der Internetseite aus 8 verschiedenen Szenarien wählen. Meine Eltern haben sich für die Mafiafamilie zur Zeit der Prohibition entschieden. Ich bin eine 32jährige Witwe, mein Liebster wird den Don höchstpersönlich spielen.
Ich bin total gespannt darauf und werde natürlich Montag über unser Mordsdinner berichten.

Mittwoch, 27. Oktober 2010

Unfaire Wetterlagenverteilung

Warum hab ich strahlenden Sonnenschein an meinem Geburtstag im tiefsten Herbst, während meine beiden Sommerkinder an ihren Ehrentagen beide mit Regen geärgert wurden und sich zur Schuleinführung Ozeane über uns ausschütteten? Sauerei ist das!

Mittwoch, 20. Oktober 2010

20er adé

Kürzlich erinnerte ich mich - ich weiß nicht warum - an meine mündliche Abiturprüfung. Immer wenn die mündlichen Prüfungen anstanden, wurde ein Trakt unserer Schule extra zu diesem Zwecke abgesperrt, damit die Prüflinge nicht gestört würden. Jahr für Jahr sah ich bewundernd auf zu den Zwölftklässlern, die heraus geputzt durchs Schulhaus stolzierten und in den abgesperrten Bereich gingen. Dann war ich selbst an der Reihe. Ich weiß noch genau, wie ich heraus geputzt stolz über die Schulflure ging in den abgesperrten Bereich. Fast untergewichtig, wie ich damals war, mit hüftlangen Haaren und faltenfreie 18 Jahre jung... und irgenwie kompliziert. Ich fühlte mich so wahnsinnig erwachsen.

Inzwischen ist mehr als eine Dekade ins Land gegangen. Nun, zwei Kinder, eine Scheidung, einige Kilos rauf, fast genauso viel wieder runter, einen Meter Haarkürzung und ein paar Lachfalten später stehe ich kurz vor meinem 30sten Geburtstag. Noch vor nicht allzu langer Zeit dachte ich, die 30 würde mir Probleme bereiten, doch weit gefehlt. Ich fühle mich so wohl, wie noch nie in meinem Leben. Äußerlich definitiv besser, als mit 18, selbstbewusster, zufrieden, wenn sogar 20jährige Bürschlein mir anerkennende Blicke zuwerfen. Und charakterlich kann ich die Anna von vor 10 Jahren gar nicht leiden. Positiv beeinflusst durch die Mutterschaft und auch durch die innige Partnerschaft der letzten Jahre, bin ich ein ganz neuer Mensch, den ich viel besser leiden kann. Ich mag die bald 30jährige Anna viel mehr als die 20jährige. Ich liebe mein Leben mit allen Menschen darin und niemals habe ich mich wohler gefühlt als genau jetzt und genau hier. Die 30 kann kommen...in 7 Tagen.

Montag, 11. Oktober 2010

David gegen Goliath

Es war einmal ein kleiner Angestellter, der schon geraume Zeit den Traum der Selbständigkeit träumte. Anfang diesen Jahres war es endlich soweit, und der große Schritt konnte gegangen werden. Selbstverständlich war dies mit einigen Investitionen verbunden, unter anderem musste noch ein zweites Auto her, da seine Liebste ebenfalls auf ein Auto angewiesen ist. So stürzte sich der nun kleine Selbständige in einige Schulden. Doch sogleich bekam er auch einen Auftrag als Subunternehmer von einem großen Riesen, dessen Auftragsbücher gut gefüllt sind und der im Jahr gut und gern mehrere Millionen verdient. Die ersten Rechnungen, die der Kleinunternehmer an den Riesen schrieb, wurden zunächst ignoriert, dann endlich bezahlt, jedoch nicht in voller Höhe. Doch obwohl der Kleinunternehmer schon einen Angestellten hatte, der auch bezahlt werden wollte, ging es langsam bergauf, der Kontostand rutschte allmählich wieder in die schwarzen Zahlen und der Kleinunternehmer konnte sogar schon Rücklagen für Steuer und auch privat schaffen. Dann jedoch beschloss der Riese aus heiterem Himmel und ohne ersichtlichen Grund, die Rechnungen nicht mehr zu begleichen. Da er nun auch die vergangenen Monate eine Gewährleistungssumme einbehalten hatte, die zum Auftragsende ausgezahlt werden sollte, und einige Rechnungen nun schlichtweg gar nicht gezahlt wurden, hat der Riese beim Kleinunternehmer inzwischen 25.000€ Schulden. Ohne Grund. Mahnungen und Androhung von Rechtsmitteln interessieren den Riesen gar nicht, denn er hat einen spitzen Anwalt, den er auf Flatrate-Basis bezahlt. Und selbstverständlich geht der Riese davon aus, dass sich der Kleinunternehmer einen jahrelangen Rechtsstreit nicht leisten kann. Die Rücklagen des Kleinunternehmers sind nun aufgebraucht, schließlich wollte da auch noch ein Angestellter bezahlt werden, die Zahlen rutschen wieder in den roten Bereich, und der Kleinunternehmer kann wieder von vorn anfangen. Den Riesen, für den 25.000€ ein wahrlich lächerlicher Betrag ist, interessiert das alles nicht. Und während er beinahe einen Kleinunternehmer noch im Jahr der Geschäftsgründung wieder in den Ruin trieb, baut er sich auf seinem großen Grundstück eine eigene Bowlingbahn und fährt gemütlich in Urlaub.

Doch wenn er denkt, der Kleinunternehmer lässt sich so einfach unterkriegen, dann hat er sich ganz böse geschnitten. Je höher der Aufstieg, desto tiefer der Fall.